Tarjei Vesaas (* 20. August 1897 in Vinje, Provinz Telemark; † 15. März 1970 in Oslo) war ein norwegischer Romancier, Lyriker und Dramatiker. In seinem Heimatland wird er zu den bedeutendsten Autoren des 20. Jahrhunderts gerechnet; er gilt als Klassiker der Nynorsk-Literatur. Er wurde mehrmals für den Literaturnobelpreis nominiert, ohne jedoch die Auszeichnung zu erhalten.
Tarjei Vesaas wuchs auf einem Bauernhof in der Telemark auf. Nach dem Schulabschluss und einem mehrmonatigen Aufenthalt auf der als Internat betriebenen Volkshochschule in Voss lebte er zwischen 1918 und 1919 ein gutes halbes Jahr in Kristiania, dem heutigen Oslo, wo er sich sehr für das Theater interessierte. 1925 bis 1933 unternahm er zahlreiche Reisen in Europa; er wohnte unter anderem in Paris, London und München. Zeit seines Lebens litt er unter dem Schuldgefühl, den eigenen Familienhof entgegen dem Wunsch des Vaters nicht übernommen zu haben. Er isolierte sich phasenweise von jeder Gesellschaft, auch in den dichtbesiedelten europäischen Großstädten, deren „Mahlwerk“ ihn faszinierte und erschreckte.[1] Vesaas las viel, zunächst vor allem Werke von Rudyard Kipling, Knut Hamsun und Selma Lagerlöf, später weitere große europäische Autoren der Moderne. Nachdem er 1934 die Lyrikerin Halldis Moren geheiratet hatte, bezog er mit ihr den Hof Midtbø in seiner Heimatkommune Vinje und lebte dort bis kurz vor seinem Tod.
Quelle: Wikipedia